© Fachschule für Agrarwirtschaft Herford

Das Berufsfeld für Staatlich geprüfte Agrarbetriebswirte

Praxisorientierte Ausbildung 
Die Fachschule für Agrarwirtschaft hat zum Ziel, in einem zweijährigen Ausbildungsgang junge Landwirte mit und ohne Betrieb für eine spätere Betriebsleitertätigkeit als Hofeigentümer oder auch Verwalter zu qualifizieren. Darüber hinaus wird besonderer Wert auf den Erwerb von Handlungskompetenzen gelegt, insbesondere von Unternehmereigenschaften. Die bewusst auf die Anforderungen in der landwirtschaftlichen Betriebspraxis ausgewählten Inhalte der Fachschule sind auch geeignet, jungen Landwirten eine qualifizierte Plattform für eine Tätigkeit im Dienstleistungsbereich der der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Bereiche zu bieten.

1. Betriebsleiter- und Unternehmertätigkeit - Ausbildereignung
Der landwirtschaftliche Betriebsleiter ist gleichzeitig Hauptarbeitskraft, Kapitalgeber, Manager des Betriebsablaufes und Unter-nehmerpersönlichkeit. Auch bei fortschreitender Veränderung der Betriebsorganisationsstrukturen stellt der Hof im Regelfall immer noch eine Einheit aus Haushalt und Unternehmen dar, d. h. grundlegende betriebliche Entscheidungen betreffen zugleich auch familiäre Belange und umgekehrt. Diese in der übrigen arbeitsteilig organisierten Wirtschaftsgesellschaft kaum vorzufindende Kombination erfordert einerseits eine große Bandbreite an Einsichten in die Wirkungsmechanismen vieler Fachsparten, anderer-seits Fähigkeiten der Integration, Koordination, unternehmerischer Weitsicht, Urteilsvermögen und Entschlusskraft. Der Unterricht an der Fachschule in Herford trägt diesem Universalanspruch dadurch Rechnung, dass die einzelnen Fachgebiete nicht nur praxis-orientiertes Wissen auf aktueller Grundlage anbieten, sondern auch die fächerübergreifenden Aspekte in Form ganzheitlicher Denkansätze berücksichtigen, die Persönlichkeit mit eingeschlossen.

Eine positive, aufgeschlossene Einstellung zu Menschen und insbesondere zur Jugend ist Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Tätigkeit als Ausbilder und Betriebsleiter. Sie allein genügt jedoch nicht. Das Ausbilden und Führen von Jugendlichen und Mit-arbeitern will gelernt sein. Diese Aufgaben verlangen fundierte psychologische, pädagogische, rechtliche und organisatorische Kenntnisse, die insbesondere im berufs- und arbeitspädagogischen Unterricht im zweiten Schuljahr vermittelt werden.

2. Produktionstechnisches Können 
Produktionstechnisches Know-how ist nicht mehr ausgerichtet auf das Produzieren um jeden Preis, sondern auf ein wirtschaft-liches und gleichzeitig umweltgerechtes Bereitstellen hochwertiger Grundlagen für Nahrungsmittel. Geringe Gewinnspannen erfordern ausgefeilte Produktionssysteme, die fortlaufend kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert werden müssen. Maschinen, Geräte und andere Betriebsmittel müssen dazu betriebsgerecht ausgewählt und gezielt eingesetzt werden. Diese Fähigkeiten gilt es, durch die Vermittlung der biologischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge des Produktionsgeschehens an der Fachschule zu fördern.

Pflanzen und Haustiere sind ein Stück lebendiger, von Menschenhand mitgeprägter Natur. Der richtige Umgang erfordert ein hohes Maß an exakten biologischen Kenntnissen, Erfahrungen und unsentimentales Einfühlungsvermögen in artspezifische Verhaltens-weisen. Geduld, Toleranz und Flexibilität sind Eigenschaften, die auch bei größer werdenden Einheiten gefordert bleiben.

3. Vermarkten - nicht abliefern! 
Die Zeiten aufnahmefähiger Absatzmärkte sind längst passé. Die Interventionsmentalität führt immer mehr auf's Abstellgleis. Der Markt fordert wieder vermehrt sein Recht. Auf Dauer hat nur der am Markt eine Chance, der produziert und anbietet was der Verbraucher verlangt. Dazu gehört der Einblick in die grundlegenden Nachfragetrends nach Nahrungsmitteln und sonstigen Agrargütern weltweit und in der EU, die laufende Marktbeobachtung und ein waches Auge für regionale und lokale Absatz-möglichkeiten.

Auf international hart umkämpften Agrarmärkten hat nur hohe Produktqualität Bestand. Qualität im Sinne des Verbrauchers schließt das Wie der Produktion mit ein. Glaubwürdigkeit der Zusagen und Sicherheit sind zu wesensbestimmenden Elementen der Vermarktung von Nahrungsmitteln geworden.

4. Allgemeinbildung - Humankompetenz 
Landwirtschaft ist integraler Bestandteil in Wirtschaft und Gesellschaft. Die Darstellung des Berufsbildes nach außen ist notwendig und erfordert berufsübergreifende Qualifikationen. Sich mitteilen, überzeugend argumentieren, aber auch zuhören und sachlich kontrovers diskutieren können, sind Fähigkeiten, die ebenfalls im Unterricht der landwirtschaftlichen Fachschulen Herfords gefördert werden.

5. Verantwortung für die Umwelt 
Der Staatlich geprüfte Agrarbetriebswirt führt das Unternehmen der Zukunft unter Beachtung einer umweltverträglichen Produktions-weise. Neben der Erzeugung gesunder, qualitativ hochwertiger Nahrungsmittel pflegen und gestalten Landwirte unsere Kultur-landschaft. Dieser zunehmend wichtigen Aufgabe wird in allen Unterrichtsfächern integrativ Rechnung getragen.

Die Verantwortung für die natürlichen Lebensgrundlagen wird von den Landwirten übernommen. Das Bewusstsein für mögliche schädigende Umwelteinflüsse zu schulen und diese zu korrigieren ist ein zentraler Diskussionspunkt im Unterricht.

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